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Positionspapier
Landwirtschaft der Jungen Union Lüchow- Dannenberg
Positionspapier:  Landwirtschaft der Jungen Union Lüchow- Dannenberg

Die Landwirtschaft mit ihren vor- und nachgelagerten Bereichen erbringt im Landkreis Lüchow- Dannenberg ein Wirtschaftspotential von etwa 30 %.
Daher kommt der Landwirtschaft in diesem Kreis eine größere Bedeutung zu, als in den anderen industrieller geprägten Kreisen. Diese Situation verstärkt sich noch durch die Abwanderung von Industrie und Gewerbe in den letzten Jahren. Des weiteren hat die Landbewirtschaftung einen kulturlandschaftspflegende und - erhaltenden Charakter.
Die CDU Lüchow- Dannenberg erkennt diese Leistung der Landwirtschaft deutlich an und setzt sich daher intensiv für den Erhalt und die weitere Stärkung einer leistungsfähigen, wirtschaftlichen und zukunftsorientierten Landwirtschaft ein.
Die CDU lehnt hingegen massiv eine Politik ab, die die Landwirtschaft im Kreis zu einer unrentablen, subventionsverschlingenden Museumslandwirtschaft degradieren will.

Ziel einer modernen Landwirtschaft der Zukunft muß es sein gesunde, qualitativ hochwertige Produkte , zu von allen Verbrauchern akzeptierten Preisen bei möglichst geringer Umweltbelastung zu produzieren.
Durch eine gläserne Produktion auf allen Stufen soll das Verbrauchervertrauen dauerhafte gesichert werden. Die Nachfrageeinbrüche nach Skandale der Vergangenheit sollen so möglichst stark eingedämmt werden.
Die zukünftige Landwirtschaft sollte heraus geführt werden aus der Sackgasse der Antragslandwirtschaft und ihr sollte durch weniger Reglementierung wieder unternehmerischen Freiraum geschaffen werden, in dem unternehmerischen Denken und nicht Subventionsbeantragung den wichtigsten Platz einnehmen.

Es darf nach Ansicht der CDU keinen geteilten Verbraucherschutz in Deutschland geben!
Wenn die einheimische Landwirtschaft unter immer höheren Auflagen zu leiden hat und ihre Produktionskosten steigen gleichzeitig, aber importierte Ware billiger ist (da weniger Auflagen im Ausland), diese Importware aber nicht nach deutschen Standards produziert wurde, kommt zu einem Ungleichgewicht, daß auch dem Verbraucher nicht gleichgültig sein darf. Die in Deutschland gültigen Auflagen dürfen nicht nur für in Deutschland produzierten Waren, sondern sie müssen für alle in Deutschland verkauften Waren gelten!
Dies muß auch im Ausland kontrolliert werden.

Die CDU fordert die Einführung der Produkthaftung für alle Stufen der Produktion. Wenn der Lebensmitteleinzelhandel für seine Produkte haften muß wird ihn das von Dumpingaktionen mit Lebensmitteln abhalten. Durch Produkthaftung und ausführliche Dokumentation in allen Schritten der Produktion, durch Eigenkontrolle und staatlichen Stichproben können Lebensmittelskandale eingedämmt werden, die Schuldigen genau lokalisiert und hart bestraft werden.

Die Situation der Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren weiter negativ verschärft. Durch die Auswirkungen der Agenda 2000 sinken viele Erzeugerpreise in Richtung des Weltmarktpreises, diese werden zum Teil über erhöhte Prämien ausgeglichen. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten an, Kraftstoff- und Energiekosten steigen durch die Ökosteuer an Diesel für die Ackerarbeiten steigt gleich zweifach an, zum einen durch gestiegene Rohölpreise und zum anderen durch die steigende Steuerbelastung im Zuge der Einführung des Agrardiesels. Im Ackerbau schlagen sich des weiteren drastisch verteuerte Düngemittel negativ nieder. Dieses führt zu weiteren Anpassungsdruck auf die Betriebe, der von der Politik nicht durch ideologisch verklärte Vorstellungen behindert werden darf. Der Strukturwandel wird weitergehen.
Wenn versucht wird eine in ihrem Bereich erfolgreiche Nische, wie den Biolandbau, die Direktvermarktung oder Urlaub auf dem Bauernhof als Patentrezept der großen Masse der konventionellen Landwirtschaft mit finanziellen Zwangsmitteln überzustülpen wird in einem Desaster für die gesamte Landwirtschaft enden und diese Nischen auch noch zerstören und somit den bislang erfolgreichen Familien ihre Existenz nehmen.
Wenn aus ideologischen Gründen eine Ausweitung des Bioausbaus forciert werden soll, dann sollte man dieses in Naturschutzgebieten die der Elbtalaue tun.
Die CDU Lüchow- Dannenberg fordert die Schaffung neuer Einkommensquellen für die Bereiche mit weitergehenden Naturschutzauflagen, des weiteren die Förderung von Marktnischen und neuen Produktlinien (Nettelprojekt, Verein Kräuterkunst etc.).

Damit die Landwirte ihre Produkte auch produktionsnah vermarkten können und nicht erst große Transportwege in Kauf nehmen müssen, muß der Landkreis Lüchow- Dannenberg attraktiv für Lebensmittelverarbeiter bleiben und gestärkt werden. Durch die Marktferne muß dieser Kreis ein besseres Investitionsklima bieten als andere Regionen, die Marktnähe (Großstädte) bieten können.
Dieser Kreis hat hier noch zwei „Trümpfe“ zu bieten, den Schlachthof Vogler in Steine und die Stärkefabrik in Lüchow. Die CDU fordert die Verantwortlichen auf dafür Sorge zutragen, daß es auch in Zukunft diese Firmen noch in Lüchow- Dannenberg gibt und sie nicht abwandern!
Zur Belieferung dieser Firmen ist eine gezielte Förderung der Produktion von Rohstoffen für die vorhandene Weiterverarbeitung (Milch, Stärkekartoffeln, Schweine) nötig, dieses trägt sogleich zur Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen bei.

Ackerbau  

Der Ackerbau im Landkreis Lüchow- Dannenberg hat ackerbaulich viele Nachteile gegen über anderen Standorten, die Böden sind meistens Sand und haben daher eine geringe Ertragskraft zusätzlich ist dieser Kreis noch sehr niederschlagsarm mit ca. 500 mm pro Jahr.
Unter diesen Bedingungen ist zur Einkommenssicherung ein Anbau von Stärkekartoffeln und Zuckerrüben unerläßlich.
Dieser Anbau ist ohne Beregnung unwirtschaftlich, daher fordert die CDU Lüchow- Dannenberg  den Erhalt und Ausbau der Beregnungsmöglichkeiten auf landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Die Anpassungsmöglichkeiten der landwirtschaftlichen Betriebe auch unter großräumigen Nutzungsansprüchen des Naturschutzes ist uneingeschränkt zu erhalten.
Wichtig ist ebenfalls der Erhalt von Flurbereinigungs- und vereinfachten Flächenzusammenlegungsverfahren zur Schaffung kostengünstig zu bewirtschaftenden Flächeneinheiten.
Trotz der Finanzknappheit der Gemeinden darf der Wegebau nicht nur auf Kosten der Flächeninhaber durchgeführt werden. Daher sollte zukünftig der Erhalt des Wirtschaftswegenetzes mit praktikablen, einfachen und finanzierbaren Mitteln (Steinbrecher) durch Landkreis und Gemeinde unter Einbeziehung der Landwirtschaft vollzogen werden.
Eine übermäßig Ausweitung von Naturschutzgebieten von Naturschutzgebieten in agrarischen intensiv genutzten Gebieten ist abzulehnen. Die Ungleichbehandlung von Landwirten innerhalb eines EU - Binnenmarktes im Bereich Kraftstoffkosten und Pflanzenschutzmittelzulassungen ist so schnell wie möglich abzustellen!

Veredlung

Auch wenn von einigen Schweinemastgegnern anders behauptet wird, sind wir in unserem Kreis weit von Cloppenburger Verhältnissen entfernt!
Im Gegenteil, die Veredlung in diesem Kreis muß ausgeweitet werden.
Der Schlachthof Vogler in Steine schlachtet 10000 Schweine/Woche, diese kommen aber nicht nur aus dem Kreis Lüchow- Dannenberg, sondern aus den Niederlanden, Belgien und Süddeutschland.
Wenn von der Verbraucherministerin Künast gefordert wird, zukünftig nur noch wenig Tiertransporte durchzuführen, heißt das nichts anderes, als eine massive Ausweitung der Veredelung im Kreis, oder wir verlieren den Schlachthof mit seinen Arbeitsplätzen!
Im Landkreis Cloppenburg wurden im letzten Jahr 800 Bauanträge für Mast- und Putenställe gestellt, in Lüchow- Dannenberg gerade mal 10 Anträge für Mastställe und gegen diese Ställe gab es heftigen Protest.
Die CDU fordert daher ein investitionsfreundliches Klima auch und gerade gegenüber der Landwirtschaft, eine zügige und zukunftsfähige Bearbeitung von Bauanträgen auf Kreis- aber auch auf Bezirksebene uns keine Verhinderung von Bauvorhaben im Aussenbereich durch Vogelschutz- oder Erholungsgebiete, die so sehr ans Dorf gerückt sind, daß sie den Landwirten  die Entwicklungsmöglichkeiten nehmen.

Um das Vertrauen der Verbraucher in das Produkt Fleisch wieder zu festigen fordert die CDU eine Produktion von Lebensmitteln in Verbundsysteme mit Dokumentation in allen Stufen. Diese Verbundsysteme sollten regional um einen oder zwei Schlachthöfe konzentriert sein, um keinen übergroßen bürokratischen Umbau erforderlich zu machen.
Direkte Beziehungen zwischen Landwirten (z. B. Ferkelerzeuger- Mäster- Beziehungen) müssen gefördert werden, um die Ausbreitung von Seuchen zu reduzieren und die Gesundheit der Tiere zu erhöhen, dieses hilft den Medikamenteneinsatz deutlich zu reduzieren.

Fazit:

Die Landwirtschaft im Landkreis Lüchow- Dannenberg hat eine Chance für die Zukunft.
Diese Chance darf Ihr aber die Politik nicht nehmen durch Erhöhung der Produktionskosten, durch immer neue Auflagen, durch Ausweisung von Schutzgebieten, die Stallbauten unmöglich machen oder zumindest unnötig verteuern.
Die CDU Lüchow- Dannenberg ist bereit sich dieser Verantwortung anzunehmen und sich aktiv für die Landwirtschaft im Kreis einzusetzen.


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